Auch Dienen will gelernt sein (Thematik)


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    Auch Dienen will gelernt sein.

    Zwischen Arbeitswelt und Ausbildung klafft eine gewaltige Lücke. Zu viele Jugendliche lernen in der Industrie, zu wenige bei Dienstleistern.

    Friseusen wie Sand am Meer, aber keine jungen Leute, die im Messe- und Ausstellungswesen ausgebildet werden. Massenhaft klassische Handwerker, aber nur einzelne verfügbare Lehrstellen in der Wachstumsbranche Gesundheit. "Alle von mir eingestellten Autoverkäufer muss ich mir selber ausbilden", verweist der Düsseldorfer Autohändler Helmut Becker auf einen weiteren Mangel im Lehrangebot.
    Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) hat die Nase voll. Autoverkäufer, Seniorenbetreuer oder Freizeitberater - für 18 zukunftsträchtige Berufsfelder fordert er endlich eine geregelte Ausbildung.
    Etliche neue Berufe braucht das Land. "Im Dienstleistungssektor gibt es viel zu wenige Lehrangebote", prangert DIHT-Bildungsexperte Wolfgang Sonnek die Missstände an. Alle jungen Leute, die dort den Einstieg suchen, sind auf Privatschulen angewiesen oder müssen ohne Lehre ins kalte Wasser springen.
    Deutschlands hochgelobtes duales Ausbildungssystem -Lehrlinge lernen im Betrieb und in einer Berufsschule- hat den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft verpasst. Rund die Hälfte sämtlicher Jugendlicher lernt nach wie vor einen klassischen Fertigungsberuf, Schlosser, Elektriker oder Mechaniker.
    Die Konsequenz ist bitter für sie: nur noch 58% finden nach der Lehre in ihrem Ausbildungsbetrieb einen Job, und jeder sechste wird sogar arbeitslos. Denn für viele traditionelle Handwerker haben die Unternehmen heute gar keine sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten mehr.
    Einzelne große Firmen mühen sich redlich, ihren überzähligen Azubis einen Arbeitsplatz zu vermitteln. 15000 Mark Kopfprämie zahlt beispielsweise die Telekom an Handwerksbetriebe, die einen ihrer 4100 Kommunikationselektroniker einstellen. "Wir haben keine Arbeit mehr für sie", gibt Stephan Althoff vom Telephonkonzern unumwunden zu.
    Ursache für den Lehrlingsüberschuss sind seiner Meinung nach politische Vorgaben. "Wie einige andere Firmen haben auch wir weit über Bedarf ausgebildet", so Althoff. Zu genau denselben Fehlern will die Regierung die Wirtschaftsvertreter in der kommenden Woche erneut drängen. Ungeachtet der Überproduktion von Lehrlingen in den klassischen Berufen fordert Zukunftsminister Jürgen Rüttgers für dieses Jahr mehr Lehrstellen.
    Skeptisch beobachtet Karen Schober vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung solche Appelle. Vor allem das Handwerk wird ihrer Erfahrung nach mehr Azubis ausbilden. Häufig am Bedarf vorbei. "Opel ist doch heute schon Deutschlands größte Bäckerei, beschreibt sie das Dilemma der Berufsausbildung. Viel zu oft passen berufliche Qualifikation und tatsächlicher Job nicht zusammen.

    Arbeit on line

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