Ewig Lernen (Thematik)


  • Textmenü

  • Text
  • Zum Inhalt
  • Literaturbeilage
  • Arbeit on line
  • Grammatischer Teil

  • Zurück zur Textauswahl nach Themen
  • Zurück zur Textauswahl nach Grammatik


    Text

    Ewig Lernen

    Wer aufsteigen will, muss bis zur Rente Persönlichkeit und Fachwissen trainieren.

    Kostbare Bildung: Rund 40 Milliarden Mark geben die deutschen Unternehmen inzwischen für die Qualitätssteigerung ihrer Mitarbeiter aus, was mehr als 1000 Mark pro Kopf sind. Besonders wertvoll ist Banken und Versicherungen das Training ihres Personals. Sie investieren mehr als 5000 Mark in jeden Angestellten.
    Die Gehaltsempfänger verlassen sich nicht allein auf die Zahlungsbereitschaft ihrer Arbeitgeber: Mit rund zehn Milliarden Mark aus der eigenen Tasche versuchen Sie ihr berufliches Fortkommen zu sichern.
    Ständige Fortbildung wird für Arbeitnehmer, denen an ihrem Aufstieg liegt, zur Pflicht. "Ohne die ständige Bereitschaft dazuzulernen, kommt man in unserem Konzern nicht weiter", begründet das Cordula Gruber, Leiterin der Personalentwicklung bei Philip Morris. "Einem Mitarbeiter, der sich nicht permanent fortbildet, eröffnen sich in unserem Haus keine Aufstiegsmöglichkeiten".
    Die Kunst, die eigene Karriere zu sichern, liegt dabei in der Auswahl der richtigen Kurse, egal, ob es sich um welche handelt, deren Kosten der Betrieb übernimmt oder die man aus eigener Tasche bezahlt. Oft fällt die Entscheidung schwer. "Einen vollständigen Überblick über das Angebot der Kurse, das sich derzeit bietet, besitzt da keiner", ist sich Edgar Sauter sicher, der beim Bundesinstitut für Berufsbildung das Ressort Weiterbildung leitet. Während der Staat Schulen, Berufsausbildung und Hochschulen reguliert, überlässt er die dringend notwendige Qualifikation der Berufstätigen dem freien Spiel des Markts.
    Der große Vorteil, der sich allerdings daraus ergibt: "Die Anbieter reagieren außerordentlich flexibel auf den Bedarf der Wirtschaft", weiß der Bildungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelstages Friedheim Rudorf. So finden ratlose Unternehmer derzeit flächendeckend Seminare zum Thema ökonomische Ökologie. Hier wird ihnen in ein bis zwei Tagen alles beigebracht, was sie bei der neuen Umweltverträglichkeitsprüfung ihres Betriebs beachten müssen.
    Der entscheidende Nachteil, den Marktbeobachter Sauter feststellt, ist hingegen fundamental: "Viele Kurse sind teuer und bringen nichts."
    Einzelne Betriebe experimentieren inzwischen auch mit Entlohnungssystemen, die den Wissensdurst systematisch honorieren. Die Kurse finden aber außerhalb der Arbeitszeit statt. Keine Ausnahme: Die meisten Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern Lernengagement auch außerhalb ihres 7 1/2-Stunden-Tages.
    Mit Rekordausgaben für das eigene Wissen reagieren Betriebe wie auch selbstzahlende Arbeitnehmer auf den beschleunigten Wandel in Märkten, Technik und Fabriken. Das alte Motto: Was man in der Lehrzeit gelernt hat, reicht bis zur Rente, gilt da nicht mehr. Perfekte Sprachkenntnisse sind gefordert angesichts zunehmender internationaler Verflechtungen und Handelsströme.
    EDV-Wissen veraltet immer schneller. Experten gehen davon aus, dass spätestens alle zwei Jahre das bestehende Know-how grundlegend aufgefrischt werden muss.
    Schlanke Produktionsverfahren und der massive Abbau von Hierarchien fordern von den Beschäftigten ganz neue Fähigkeiten. Wer mithalten will, muss lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen und in Gruppen zu agieren.
    Auf dem neuen Stundenplan stehen dabei Themen wie Sozialkompetenz, Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie Stressbewältigung. Diese Eigenschaften vermissen Unternehmensberater und Personalchefs bislang schmerzlich bei ihren Schützlingen. "Der Erfolg von Gruppenarbeit hängt doch davon ab, dass die Leute im Team arbeiten können", begründet Wilfried Wagner vom Berliner Telekommunikationshersteller Krone AG die neuen Präferenzen.


    Arbeit on line

    Ständig lernen ist das Motto der 90er Jahre. Weiterbildung ist nicht nur gefragt, sondern wird auch in vielen Unternehmen von den Arbeitgebern verlangt.

    Was bietet eigentlich eine Agentur für Weiterbildung an? Wie sieht der Weiterbildungsmarkt aus?

    Copyright © 1996 Texthaus