Literaturbeilage (ANTO-LOGIE / Das Nasobem)

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1.

ANTO-LOGIE

Im Anfang lebte, wie bekannt,
als größter Säuger der G i g-ant.

Wobei gig eine Zahl ist, die
es nicht mehr gibt, - so groß war sie!

Doch jene Größe schwand wie Rauch.
Zeit gab's genug - und Zahlen auch.

Bis eines Tags, ein winzig Ding,
der Z w ö l e f- ant das Reich empfing.

Wo blieb sein Reich? Wo blieb er selb? -
Sein Bein wird im Museum gelb.

Zwar gab die gütige Natur
den E l e f -anten uns dafür.

Doch ach, der Pulverpavian,
der Mensch, voll Gier nach seinem Zahn,

erschießt ihn, statt ihm Zeit zu lassen,
zum Z e h e n -anten zu verblassen.

O "Klub zum Schutz der wilden Tiere",
hilf, dass der Mensch nicht ruiniere

die Sprossen dieser Riesenleiter,
die stets noch weiter führt und weiter!

Wie dankbar wird der Ant dir sein,
lässt du ihn wachsen und gedeihn, -

bis er dereinst im Nebel hinten
als N u l e l -ant wird stumm verschwinden.

(Christian Morgenstern: Werke und Briefe. Bd. III. Humoristische Lyrik. Hg. Maurice Cureau. Stuttgart: Urachhaus 1990, S. 81)


2.

DAS NASOBEM

Auf seinen Nasen schreitet
einher das Nasobem,
von seinem Kind begleitet.
Es steht noch nicht im Brehm.

Es steht noch nicht im Meyer.
Und auch im Brockhaus nicht.
Es trat aus meiner Leyer
zum ersten Mal ans Licht.

Auf seinen Nasen schreitet
(wie schon gesagt) seitdem,
von seinem Kind begleitet,
einher das Nasobem.

(Christian Morgenstern: Werke und Briefe. Bd. III. Humoristische Lyrik. Hg. Maurice Cureau. Stuttgart: Urachhaus 1990, S. 81)


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