Alle Rechte den Nashörnern (Thematik)


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    Alle Rechte den Nashörnern

    Die englische Rechtsanwältin Anna Merz hat in Kenia ein Schutzgebiet für Nashörner eingerichtet. Sie will verhindern, daß eins der Lebewesen unserer Erde ausstirbt.

    Gut, daß der Wind in die richtige Richtung bläst. Die Nashorn wittert uns nicht und bleibt liegen, eine hellgraue reglose Masse unter einem Baum. Anna Merz und die kenianischen Spurensucher, die bei ihr sind, heben wie auf Kommando die Ferngläser an die Augen."Das ist Julali", sagt Anna Merz. "Ich erkenne sie an der Form ihres Rückens. "Julali heißt Dürre. Das weibliche Tier wurde vor vier Jahren geboren, während einer der schlimmsten Trockenperioden in Kenia. Außerhalb des Schutzgebiets wäre es wahrscheinlich umgekommen.
    In dem 40 Quadratkilometer großen "Ngre-sergoi-Park" am Fuß des Mount Kenia leben zur Zeit 19 Nashörner. Anna Merz führt über jedes von ihnen Protokoll: wann es frißt, wann es schläft, wann es sich zum letzen Mal gepaart hat. "Mama Rhino" nennen die Einheimischen die 61jährige Engländerin wegen ihrer Fürsorge. Seit fast 20 Jahren kämpft sie für die Nashörner. Bei Sonnenaufgang hat Anna Merz uns auf eine Beobachtungstour durch das Reservat mitgenommen: Ein Schild am Eingang warnt uns: "Betreten auf eigene Gefahr. Alle Rechte sind den Nashörnern vorbehalten. "Sie dürfen alles auf dem Gelände außer dem einen: es verlassen. 5000 Volt starke, mit Sonnenenergie betriebene Elektrozäune hindern sie daran. Nur so kann Anna Merz die friedlichen Vegetarier vor ihren gefährlichsten Feinden, den Menschen, schützen: Sie sperrt sie ein. Allerdings haben die Tiere innerhalb des Reservats mehr Platz als in jedem Zoo der Welt, nämlich zwei Quadratkilometer pro Kopf.
    Nashörner gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Seit 60 Millionen Jahren stampfen sie durch die Wüsten und Wälder Afrikas und Asiens.
    170 Arten der grauen Urviecher hat es einmal gegeben; nur fünf davon konnten sich ins 20. Jahrhundert retten, neben den drei in Asien noch zwei in Afrika. Gejagt werden Nashörner vor allem wegen ihres Horns, das im Fernen Osten als Heilmittel gegen die verschiedensten Beschwerden gilt: Fieber, Nasenbluten, Schlaflosigkeit, hoher Blutdruck, Impotenz. Dabei ist "Nashornpulver" nichts anderes als zerriebenes Keratin, aus dem auch menschliche Fingernägel bestehen. Falls es tatsächlich hilft, so liegt das wohl an der Einbildungskraft der Menschen. Untersuchungen haben jedenfalls ergeben, daß es keinerlei Wirkung hat.
    Entsprechend der Profitmöglichkeiten des Hornhandels ist in Kenia die Zahl der Nashörner in nur 20 Jahren von 20000 auf knapp 500 geschrumpft, weltweit gibt es noch etwa 11000.
    Manche Tierschützer sägen Nashörnern die Hörner ab, um sie wertlos zu machen. Es ist eine umstrittene Praxis, weil die Tiere ihre Hörner als "Werkzeug" brauchen. Anna Merz hat vor kurzem drei Breitmaulnashörner ohne ihre Hörner in die Wildnis entlassen: "Lieber hornlos als tot", sagt sie. Und dann, fast wehmütig: "Ich wünsche mir, daß ich eines Tages vielleicht alle Zäune um das Schutzgebiet einreißen kann".
    Anna Merz ist 1976 mit ihrem Mann nach Kenia gekommen, davor hatte die gelernte Rechtsanwältin 20 Jahre lang als Geschäftsfrau in Ghana gearbeitet. Mit dem Nashorn-Reservat hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt: "Ich wollte einer vom Aussterben bedrohten Tierart helfen."
    Ein Farmer stellte ihr das Gelände kostenlos zur Verfügung, und 1983 konnte Anna Merz ihr Nashorn-Schutzgebiet einrichten, das erste der Welt, neben das inzwischen in Kenia sieben weitere getreten sind. Seit 1986 ist die Zahl der Nashörner, auch dank der Engländerin, wieder um fünf Prozent gestiegen. Anna Merz, die sich als eine der ersten für die afrikanischen Nashörner eingesetzt hat, wurde dafür 1990 von den Vereinten Nationen mit dem Umweltpreis "Global 500" ausgezeichnet.
    Rund um die Uhr wird das Reservat von Aufsehern bewacht, weil immer wieder Wilderer versuchen, die Zäune zu überwinden. Anna Merz ist in ihrem kleinen Fertighaus völlig ungeschützt, sie selbst will es nicht anders. Vor fünf Jahren mußte ihr Mann nach einem Gehirnschlag in ein Schweizer Sanatorium gebracht werden, seitdem lebt die Tierschützerin allein.
    Wenn Anna Merz einmal nicht mahr da ist, soll ihr Lebenswerk nicht verfallen, wie zum Beispiel der Park der Löwen-Schützerin Joy Adamson. Eine Stiftung wird ihre Arbeit weiterführen. Doch sie selbst hat noch viel vor. Das Reservat soll auf insgesamt 214 Quadratkilometer erweitert werden. Land ist vorhanden, nur für die Zäune, die den Grenzen entlang aufgestellt werden sollen, fehlt noch das Geld. Bis zu 100 Tieren sollen dann dort leben. Denn die 19 Nashörner, die jetzt da sind, können nicht genug Nachwuchs hervorbringen, um auch außerhalb des Reservats die Herden "aufzufüllen". Eine Nashornkuh bekommt höchstens alle drei Jahre ein Junges, das sie dann etwa zwei Jahre lang säugt.


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